Yoga auf Sardinien

Praxis ohne Matte

Yoga im Urlaub

und ohne Timer

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Der Sand ist warm, das Handtuch liegt schief, irgendwo klappert eine Muschel gegen die andere. Genau hier beginnt sie: Die kürzeste und ehrlichste Yogapraxis des Jahres. Kein Studio, kein Spiegel, kein Timer, der drängt. Nur du und der Ort, der dich sowieso schon langsamer macht.

Warum am Strand anders funktioniert?

Der Untergrund ist uneben, der Wind unberechenbar, die Geräusche ungefiltert. Genau das macht den Unterschied: Am Strand kannst du dich nicht ablenken, indem du perfekt sein willst. Der Sand gibt nach, bevor du es tust. Balance wird ehrlicher, Atmung automatisch tiefer, die Salzluft macht das fast von allein.

Die Praxis

1. Ankommen im Sand
Barfuß stehen, Füße leicht eingraben. Augen zu, wenn du magst, oder den Blick zum Sand oder Horizont richten. Drei tiefe Atemzüge über die Nase. Einatmen in deinen Bauch über vier Sekunden, ausatmen über sechs. Spüre, wie der Sand nachgibt, wo dein Gewicht liegt, wie du an Erdung gewinnst und gleichzeitig wäschst.

2. Sonnengruß, verlangsamt
Zwei bis drei Runden, ohne Eile. Arme hoch wie beim Strecken nach dem Aufwachen, vielleicht folgt der Blick den Händen, sanfte Vorbeuge, Table Top, über den Ausfallschritt in die Planke, lass die Hüfte hier direkt sinken für den herausschauenden Hund, die Hüfte leitet dich zurück in den herabschauenden Hund. Der Sand wirkt intensiver auf Hand- und Fußgelenke. Schenke ihnen besonderes Augenmerk.

3. Baum im Wind
Ein Fuß an die Wade oder die Innenseite des Oberschenkels des Standbeins (nicht ans Knie!), Arme langsam nach oben oder vor der Brust gefaltet. Wackeln ist erlaubt! Am Strand sowieso unvermeidlich. Versuch mal, die Augen zu schließen. Seite wechseln.

4. Sitzende Drehung mit Meerblick
Im Schneidersitz liegt dir das Meer im Rücken. Eine Hand hinter dir im Sand abgestützt, die andere aufs gegenüberliegende Knie. Vom Bauch aus sanft drehen, mit dem Blick weiter Richtung Horizont wandern. Seite wechseln.

5. Liegen und nichts tun
Rücken in den Sand, Handflächen nach oben, Augen zu. Kein Ziel mehr, keine nächste Übung. Nur der Ton der Wellen, der Wind vom Strand und das Gewicht des eigenen Körpers.

Das Einzige, was du wirklich brauchst: Ein Handtuch. Vielleicht ein paar Muscheln, die du danach sortierst, ohne wirklich zu wissen warum. Auch das gehört irgendwie dazu.

Manchmal ist die kürzeste Praxis die, die am längsten nachwirkt. Und wenn aus diesen Übungen irgendwann der Wunsch nach mehr Zeit, mehr Tiefe, mehr Ruhe wird, dann warten unsere Retreats genau dort, wo der Sand schon auf dich wartet.

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