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Neun Yoga-Arten im Überblick

Welches Yoga passt zu mir?

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Zeit, sich zu verbiegen

Die Matte ist ausgerollt, die Blöcke liegen bereit, die Yogahose sitzt und los soll es gehen! Aber was mache ich hier eigentlich genau? In diesem Beitrag stellen wir dir neun verschiedene Yoga-Arten vor. Woher kommen sie und was macht die verschiedenen Arten und Stile aus? Außerdem gehen wir der Frage nach, für wen sich welcher Yoga am besten eignet.

 

 

1. Hatha Yoga: Der Klassiker

Hatha Yoga ist der wohl bekannteste Yogastil und eignet sich besonders gut für Yoga-Anfänger. Das Wort ‚Hatha’ ergibt sich aus zwei Silben: ‚Ha’ bedeutet Sonne und steht für Hitze und Kraft. Die zweite Silbe ‚Tha’ steht für den Mond sowie für Kühle und Stille.

Im Hatha Yoga geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen dem ,Ha’ und ,Tha’ herzustellen. Dabei sollen gezielte Übungen dem Körper nötige Energie für beispielsweise eine Meditation geben. Die jeweiligen Stellungen, auch Asanas genannt, werden bewusst ausgeführt und gehalten. Hatha Yoga fördert und fordert Kraft, Stabilität und Balance. Es ist für Körper und Geist gleichermaßen anstrengend, aber auch entspannend.

Hatha Yoga ist etwas für dich, wenn: du einen umfassenden Einstieg ins Yoga suchst oder als fortgeschrittene*r Yogi an deinen Asanas feilen willst.

2. Yin Yoga: Ausgeglichene Entspannung

Yin Yoga ist eine sanfter, ruhiger Yogastil. Er besteht aus einer achtsamen und meditativen Praxis und soll das Gegenstück zu unserem bewegungsvoll-hektischen Lebensalltag sein.

Yin Yoga wird hauptsächlich in liegenden oder sitzenden Positionen ausgeübt. Mit Hilfe von tiefen Atemübungen hält man minutenlang bestimmte Körperhaltungen und entspannt sich so in diese Positionen “hinein”. Beim Yin Yoga wird ein besonderer Fokus auf die Dehnung gelegt und der Körper ausgiebig gestreckt. Dieser Stil fördert die körperliche Tiefenentspannung und mentale Stärke, da gerade dort, wo das lange Halten der Position herausfordernd sein kann, die Kraft verborgen liegt.

Vor allem für Yogis, die neben dem Yoga noch kraftvollere, schnellere Sportarten ausführen oder Menschen die viele Stunden sitzend am Schreibtisch verbringen, eignet sich Yin Yoga wunderbar als Ergänzung.

Yin Yoga ist was für dich, wenn: du einen ruhigen Ausgleich vom stressigen Alltag suchst und deine Beweglichkeit verbessern möchtest.

3. Vinyasa Yoga: Der eigene Flow

Vinyasa Yoga ist eine neue Interpretation des Ashtanga Yoga. Der Fokus liegt auf einer dynamisch-fließenden Verbindung von Atemübungen und Bewegungen. Die Abfolge dieser Bewegungen ist dabei frei gestaltbar. In sogenannten “Vinyasa Flows” kann jede*r Yogi seine/ihre eigenen Haltungen oder Bewegungsabfolgen einbringen, ausüben und den Schwierigkeitsgrad anpassen. Diese Flows findet man nicht nur in Vinyasa Klassen, sondern auch in festen Praktiken.

Vinyasa Yoga ist besonders beliebt bei dynamischen und schwungvollen Menschen, die gerne viel Bewegung in ihrem Yoga haben, und trotzdem eine gewisse Entspannung suchen. Im Vinyasa Yoga findet sich die perfekte Mischung aus Dynamik und Entspannung sowie Vitalität und Ruhe.

Vinyasa Yoga ist was für dich, wenn: du bewegungsintensives Yoga magst und dir dennoch Entspannung und Selbstfindung wünschst.

4. Ashtanga Yoga: Harmonie zwischen Bewegung und Atmung 

Ashtanga Yoga fokussiert sich stark auf die Bewegung und die dazugehörende Synchronisierung des Atems. Ashtanga Yoga wird daher auch “Bewegende Meditation” genannt. Die Abfolge der Bewegungen ist klar vorgegeben und wird über Wochen, Monate oder Jahre hinweg eingeübt. Ziel ist es, das Ashtanga Yoga ausüben zu können, ohne nachdenken zu müssen. Dadurch kann sich der/die Yogi voll und ganz auf sich selbst konzentrieren und stärkt so die Harmonie zwischen Bewegung und Atmung.

Ashtanga Yoga ist körperlich sehr anspruchsvoll und fordert durch die schnell aufeinanderfolgenden Stellungen Kondition und Kraft heraus.

Ashtanga Yoga ist was für dich, wenn: du die sportliche Herausforderung suchst und deine Kraft und Kondition stärken willst.

5. Kundalini Yoga: Mit Fokus auf die Kraftquelle

Kundalini Yoga gehört zu den ältesten Yoga-Arten. Das Wissen des Kundalani Yoga wurde in der Vergangenheit nur als “Geheimnis” weitergegeben und über viele Jahrhunderte hinweg wohl gehütet. Allein ausgewählte Lehrer*innen und Schüler*innen kannten die Techniken. Vor etwa 50 Jahren, offenbarte ein Yogalehrer diesen Yogastil dann jedoch der ganzen Welt.

Kundalini Yoga beschäftigt sich in seinen Grundfesten mit der Suche und dem Erkennen des eigenen Ichs, dem sogenannten ‘Sat Nam’. Beim Kundalini Yoga werden Yoga-Gesänge, kraftvolle Handzeichen, tiefe Atemübungen und viele verschiedene Körperhaltungen ausgeübt. Die Praxis fokussiert sich primär auf die Mitte des Körpers. Die Lehre des Kundalini geht davon aus, dass an der Wirbelsäule des Körpers das Energiezentrum des Menschen, auch bezeichnet als Kraft der Schlange, sitzt. Diese Kraftquelle (das Kundalini) wird bei dieser Yoga-Art geöffnet und gestärkt.

Kundalini Yoga ist was für dich, wenn: du deinen eigenen Körper lieben lernen möchtest und auf der Suche nach spiritueller Lehre bist.

 

6. Jivamukti Yoga: Fleiß der Sinne 

Jivamukti Yoga steht symbolisch für die “Befreiung der Seele”. Es ist ein junger Yogastil, bei dem musikalische Elemente in die Praxis mit eingebaut werden. Gesänge, sogenannte Chanten und Mantras, sowie Klangschalen sind ein wichtiger Bestandteil der Praxis.
Beim Jivamukti Yoga sollen die Sinne gleichermaßen angesprochen werden, vor allem auch das Sprechen und das Hören.

Die Yoga Praxis des Jivamukti Yoga besteht aus rasch fließenden, fast schon tänzerisch ineinander übergehenden Körperbewegungen. Jivamukti Yoga ist ein ganzkörperliches Training, dass herausfordernd und stärkend wirkt.

Jivamukti Yoga ist was für dich, wenn: du deine Yogapraxis auf alle Sinne ausweiten willst.

7. Hot Yoga: Eine schweißtreibende Sache

Diese Yoga Variante steckt voller körperlicher Herausforderungen. Üblicherweise findet die Praxis in einem Raum statt, der zwischen 38°C und 40°C heiß ist. Der Unterricht läuft stets nach einer vorab festgelegten Sequenz ab, die auf den Lehren des Hatha Yoga basiert. Diese besteht aus 26 Körperübungen (Asanas) – 13 davon im Stehen und 13 am Boden sowie zwei Atemübungen (Pranayama). Um sich selbst korrigieren zu können wir vor einem großen Spiegel geübt und unter fachkundiger Anleitung literweise abgeschwitzt.
Ziel der Übungen in ihrer festgelegten Reihenfolge ist es, alle Gelenke, alle Muskeln und Sehnen, sowie alle Organe optimal zu durchbluten. Die Wirbelsäule wird dabei schonend gedehnt und gestärkt, was bereits beim ersten Versuch Rückenschmerzen und Nackenverspannungen lindern kann.

Hot Yoga ist ein Stil inspiriert und basierend auf dem Konzept des mittlerweile sehr fragwürdigen Bikram Yogas, dessen Ruf in den vergangenen Jahren aufgrund seines Erfinders Bikram Choudhury stark gelitten hat. Dieser muss sich mitunter wegen Fällen von Missbrauch, Misshandlung und Finanzdelikten vor Gericht in den USA verantworten. (Genauere Einsicht zu diesem Thema gibt unter anderem die Netflix DokumentationBikram: Yogi, Guru, Raubtier) Daher stellt für uns das Hot Yoga eine schöne alternative zum Bikram Yoga dar.

Hot Yoga ist etwas für dich, wenn: du Lust auf eine herausfordernde, schweißtreibende Yoga-Art hast.

8. Yoga Nidra: Der yogische Schlaf

Yoga Nidra ist ein weiterer Yoga-Art, der sich voll und ganz auf die Tiefenentspannung konzentriert. Nidra bedeutet in Sanskrit “Schlaf” oder “Nicht-Bewusstheit”.

Yoga Nidra hat seinen Ursprung im Tantra Yoga. Ziel dieser Yoga-Art ist es, bestimmte Körperbereiche meditativ zu spüren und in diesem Zustand der aktiven Wahrnehmung vollends aufzugehen.

Erreicht man eine solche Tiefenentspannung, fühlt es sich fast wie ein “bewusster Schlaf” (das Nidra) an. Dieser Zustand wird mit verschiedenen Techniken und Übungen erreicht, bei denen der Geist angeleitet und der Körper bewegungslos in Shavasana ruht. Zu Beginn der Übung wird der Entschluss gefasst, wach und achtsam zu bleiben, und konzentriert der Anleitung zu folgen. In Shavasana liegend wird zuerst ein Vorsatz bzw. ein positiver Leitsatz gewählt, welchem die Yoga Nidra-Einheit gewidmet sein kann.

Beim Yoga Nidra gibt es nur eine einzige Übung, die es zu erlernen gilt: die Nyasa, das sogenannte “Kreisen der Wahrnehmung”. Hierbei wird die gesamte Aufmerksamkeit durch Anleitung des Yoga-Lehrers auf ein Körperteil nach dem anderen gelegt. So wird jedes Körperteil durch die genaue Wahrnehmung “berührt” und eine absolute Bewusstheit über den gesamten Körper trainiert.

Parallelen lassen sich manchmal zudem zwischen Nidra Yoga und Restorative Yoga finden.

Yoga Nidra ist was für dich, wenn: du eine starke Tiefenentspannung suchst und dich ganz auf deinen Körper konzentrieren möchtest.

9. Iyengar Yoga: Präventiv für Körper und Geist

Iyengar Yoga ist eine Yogarichtung, die von B. K. S. Iyengar entwickelt wurde und dem Hatha Yoga zugerechnet wird. Im Laufe seiner jahrzehntelangen Übungspraxis erforschte er jede einzelne Yogahaltung (Asana) in Bezug auf die korrekte Ausrichtung und Wirkung. Diese Erfahrungen brachten ihn dazu, Hilfsmittel zu benutzen oder neue zu entwickeln. so genannte „Props“, wie rutschfeste Matten, Gurte, Klötze, Polster, Rückenbänke.

Iyengar Yoga fordert Einsatz und Aufmerksamkeit für die Details in den Haltungen. Es zeichnet sich durch Präzision und genaue Ausrichtung in den Yogahaltungen (Asanas) aus und gilt als eine Praxis, die sich auf die Prävention konzentriert. Durch diesen besonderen Fokus und unter die Einbeziehung von Hilfsmitteln eignet es sich wirklich für jede/n unabhängig von Alter, Gesundheit, körperlicher Fitness und anderen Lebensumständen.

Für aktive Menschen bietet sich im Iyengar Yoga eine Möglichkeit, Stress-Symptome zu verringern, ausgeglichener und gelassener zu werden. Schwangere beispielsweise können es als Methode für die Geburtsvorbereitung einsetzen. Im Leistungssport dient Iyengar als Mittel zu Konzentrationsförderung und Verletzungsprävention. Senioren wiederum erhalten und steigern ihr Wohlbefinden durch Yoga bis ins hohe Alter.

Oft sind die einzelnen Unterrichtsstunden so zusammengestellt, dass Gruppen von Asanas wie Stehhaltung, Vorwärtsstreckung, Rückwärtsstreckung und regenerierende Posen in einer Folge über den Monat hinweg unterrichtet werden.

Iyengar Yoga ist was für dich, wenn: du viel Wert auf eine präzise Ausführung und fokussiertes Üben legst.

 

Fotos von Benn McGuinness

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